ALEX IM WESTERLAND

Freitag, 22.07.2022 | 21:00 Uhr - 23:30 Uhr
Bühne vor der Hugenottenhalle powered by Journal Frankfurt

Es ist so, als würde Fortuna Düsseldorf auf Union Berlin treffen – sind das eigentlich befreundete Mannschaften, oder eher Feinde in der Liga? Ich weiß es nicht. Und eigentlich ist es auch egal. Denn wir wollen über Punk sprechen, nicht dem Fußball eine Plattform geben. Fußball ist Kommerz, Punk nicht. Eigentlich nicht. Außer Kommerzpunk. Aber das ist eine Berliner Firma für Merchandise-Artikel. Gehört auch nur so peripher hierher. Jedoch gibt es zwei Vereine, musikalische Vereinigungen, vielmehr vereinte der Musik, also Bands, die den unkommerziellen Punk kommerziell gemacht haben. Und das schon in den tiefen 80er Jahren. Einmal in Düsseldorf und einmal in Berlin. Punk ist rebellisch, manchmal aggressiv, oft betrunken, aber vielmehr nachdenklich und hinterfragend, jedoch immer anarchistisch und gerne spaßig. Spaß ist nämlich das halbe Leben, sofern man den Ernst der Lage erkannt hat und diesen nicht zwingend auf einem Rasenplatz stattfinden lässt. Das sehen zwar viele Fußballfans anders, aber die politische Botschaft findet ihr Gehör oft auf der Bühne und in den Ohren ihrer Anhänger. Man hat was zu sagen. Und da ist es egal, ob man Fußballfan ist oder nicht. Zwei deutsche Punkbands haben es also in die Herzen von mindestens zwanzehnmillionen Fans geschafft. Mit Finesse und Niveau. Nennen wir sie beim Namen: Die Toten Hosen und Die Ärzte. Während Die Toten Hosen für ihren Heimatverein Fortuna Düsseldorf brennen, den Verein finanziell unterstützen und abfeiern, ist es in Berlin eher flau um den Fußball. Bei den Ärzten schert man sich kaum um den Rasensport, lediglich liebäugelt man mit dem FC St. Pauli. Und die spielen ja auch gegen Fortuna. Am Stadion hört man dann gleich zwei Mal den eisgekühlten Bommerlunder, der dem Welthit Westerland entgegensteht. Ob sich die Fans der Hosen und Ärzte mögen, sei dahingestellt. Jedoch finden bestimmt beide den FC Bayern doof. Die einen lauthals noch doofer als die anderen. In den 80ern gab es unter den Musikfans womöglich zwei strikte Lager, heute ist das anders. Und auf neutralem Boden, nämlich in Frankfurt am Main feiert man seit über 10 Jahren die Fanfreundschaft. Eine Symbiose aus den besten und bekanntesten Hits der beiden Kommerzpunker vereinen die Frankfurter von Alex im Westerland. Unbändige Power, juveniler Esprit, mitreißende Bühnenshow und ein garantierter Muskelkater am nächsten Tag ist Ehrensache. Wir sind froh und ein bisschen stolz, die Band auf unserem Festival begrüßen zu dürfen: Vorhang auf, hier kommt Alex mit der besten Band der Welt im Gepäck. Und wenn schon Fußball, dann doch bitte Eintracht Frankfurt, oder?