ORA ET CELEBRA

Stadtmission Neu-Isenburg lädt ein zum Gottesdienst. "Was ziehen Sie vor - Musik oder Wurstwaren?" Zugegeben, das Zitat des Französischen Komponisten Erik Satie erscheint grotesk. Trotzdem arbeitet es messerscharf heraus, was Musik für die Menschen bedeuten kann. Musik zu hören, sich an Musik zu freuen ist ein Privileg! Wir dürfen uns auf den feudalen Luxus konzentrieren, uns dem hinzugeben, was die Herzen berührt. Aber, diese Erkenntnis alleine ist nur halb richtig. Was fehlt, ist sich daran zu erinnern, wer uns diesen harmonischen Wohlstand geschenkt hat. Der Wohlstand der Kultur, die unsere Gesellschaft ausmacht, die uns mit der Musik, Lyrik und Philosophie wie selbstverständlich mit in die Wiege gelegt wurde.

TIROLER WÖLFE

Es gibt immer noch Menschen, die die Trenkwalder für banale Volksmusiker halten. Diejenigen täuschen sich aber ganz gewaltig. Das rockt, drückt, groovt und geht dermaßen voll auf die Zwölf, dass im wahrsten Sinn des Wortes kein Auge trocken bleibt. Ich gebe zu, dass der ein oder andere Titelname der trenkwälderischen Songs auch Hansi Hinterseer gut stehen würde. Aber so gut stand der nicht mal auf Skiern, wie die Trenkwalder in ihren Lederhos’n hüpfen und rocken. Und die Fischerin vom Bodensee ist bei weitem nicht so gemütlich wie man vermuten darf, sondern zündet einen Außenbordmotor, der dich von Bregenz ohne Luft zu holen auf den Vorarlberg katapultiert. Von dort ist es dann nicht mehr weit bis zu den Sternen über Tirol.

UNSTERBLICHER SATZGESANG

Es gab noch lange kein Open Doors, es gab noch nicht mal ein Musikspektakel, und es gab noch nicht mal die Hugenottenhalle, da spielten Merlins Fantasy Farm schon im Jugendcafe in Neu-Isenburg. Circa 200 Meter vom Treffpunkt entfernt, noch feucht hinter den Ohren, aber mit großen Augen stand ich ungläubig im Publikum und meine Ohren wurden ganz schön schnell trocken „angeohrts“ der wundersamen, wunderschönen und atemberaubenden Klänge, die sich da von der Bühne aus in meinen Ohren breit machten und mich verzauberten.

ZU GUT FÜR JEDE SCHUBLADE

Und immer noch kreist die Gerüchteküche, jeder fühlt sich berufen das Dirty Boogie Orchestra endlich zu katalogisieren, halbwegs richtig einzuordnen, oder in wasserdichte Schubladen zu verpacken, aber keinem will es so richtig gelingen. Zu eigenwillig, aber auch nicht eigen genug, zu unterschiedlich und doch wieder zu ähnlich, zu intellektuell und doch wieder zu trivial, zu viele Bläser und doch manchmal auch völlig ohne, zu viel Gesang und dann doch wieder instrumental, zu lange Soli und dann doch wieder nur ein kurzes, von allem zu viel und davon zu wenig, zu verspielt, aber dafür knallhart auf den Punkt, ja verdammt, was soll man denn davon auch nur halten?

SCHUBLADEN VOLLER LIEDGUT

Kennt ihr das auch? Ihr seid in Eurem Alltags-Hamsterrad gefangen, das triste Einheitsgrau der täglichen Abläufe frisst sich in die Tiefe eurer Seele und eure Verpflichtungen öden euch granatenmäßig an. Aber wie entkommt man diesem Trott? Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder ihr unterzieht euch einer ganzheitlichen Renovierungsaktion mit Aggressionsabbau, mentaler und körperlicher Entschlackung, Ernährungsumstellung und sportlicher Ertüchtigung, die viel Zeit und noch mehr Überwindung kostet, oder ihr steht einfach vom Sofa auf, zieht euch fix was über, am besten was dezent schillerndes in flottem Pink, kreischendem Neongrün oder mit metallischen Akzenten durchwirktes, und begebt euch umgehend zum Open Doors Festival, der ganzheitlichen Isenburger Heilkur mit 25-jähriger Tradition, für Ungeduldige, die sich nicht erst nach einigen Wochen, sondern schon nach wenigen Stunden wie ein neuer Mensch fühlen wollen.

GEÖLTER SCHEITEL AUF UNGEÖLTEN SAITEN

Schon hundert Mal dabei gewesen und hundert Mal gerockt. Markus Striegl ist nicht nur ein gern gesehener Gast, sondern auch guter Freund. Seit fast zwei Jahrzehnten spielt er immer mal wieder auf dem Musikspektakel und beglückt uns und seine Fans mit stets frischer Musik. Markus ist Singer/Songwriter, das heißt er schreibt Songs und Texte in seinem stillen Kämmerlein, verfeinert das Ganze in seinem eigenen professionellen Tonstudio und sucht sich dann aus seinem wirklich sehr großen Freundeskreis die Musiker zusammen, die er für sein jeweiliges Projekt braucht. Darunter finden sich auch einige echte Perlen wieder. Instrumental ist seine Band jedes Mal eine Wucht.

GEÖLTE STIMMEN AUF UNGEÖLTEN SÄTTELN

Es ist heiß, sehr heiß. Die Sonne brennt runter auf den staubigen Boden, selbst den Geiern ist es zu warm um über ihrem Aas zu kreisen. Kakteen verdorren und der berühmte Strohballen, der über die flimmernde Straße weht, darf natürlich auch nicht fehlen. Kein gutes Klima um die Lager aufzuschlagen. Doch sind die drei Cowboys auf ihren Pferden unterwegs, um in den tiefen Westen vorzustoßen. Ihr Bestreben: Musikalische Erschließung neuen Territoriums. Dort wo es noch als Musik gilt, wenn der Hahn kräht, dort wo das heulen des Windes noch als Melodie durchgeht, wenn er um die Ecken pfeift, ebendort wollen die drei Männer die Fahne des Western-Heavy-Metals hissen.

HOLYHEADOSAURUS REX

Paddy Schmidt könnte man schon als Dinosaurier bezeichnen, ja schon fast als Fossil. Seit über 25 Jahren spielt er nahezu jährlich auf dem Musikspektakel, er ist einer von der allerersten Stunde. Er hält die Fahne hoch, er erinnert sich noch, wie man früher für 10 DM acht Bühnen und zwölf Bands erleben konnte, das muss in den frühen 90ern gewesen sein. Mitten in der Blüte seines Erfolges, als der Irish Folk noch seinen Platz in der Musik-Hitparade fand. Paddy war es vielleicht sogar, der mit seinem hochdekorierten Namen unser beschauliches Event bereicherte.

SO KOMMET UND SCHWENKET EUER HAUPT

Inseln der Ruhe, Oasen der Gelassenheit und Hafen der Sinne: Das alles gibt es bei The Streamers nicht! Sanfte Klänge, schmiegsame Farben und flaumige Melodien: Das alles gibt es bei The Streamers auch nicht! Liebreizend, schön und makellos, das sind The Streamers bei Weitem auch nicht. Wobei ja die Schönheit im Charakter des Auges liegt. Läge. Wenn man sich drauf einlässt, einlassen täte, dann geht’s. The Streamers sind zäh, laut und rotzig. The Streamers sind auch ungestüm, krawallig und eloquent.

HEIMKEHR IN DEN HEIMATHAFEN

1839 gab es in Irland kaum Industrie, 72% der Bevölkerung lebte von der Landwirtschaft. So wohnte auch Stormin Normans Ururururururgroßvater Ailín mit seiner Mutter (Stormin Normans Urururururururgroßmutter), seiner Frau (Stormin Normans Ururururururgroßmutter) und seinen drei Söhnen (darunter Stormin Normans Urururururgroßvater Derry) in einer bescheidenen Behausung auf einem Stück gepachtetem Land. Dort baute die Familie Getreide und Kartoffeln an und hielt einige Schafe.

WECHSELBAD DER EMOTIONEN

Ich habe mich entschieden und sage „einmal alles, bitte“. Wir leben in einer Gesellschaft der unbegrenzten Möglichkeiten. Du hast Hunger und keine Lust zu kochen? Sushi mit Fleisch, Döner-Pizza, vegane Wurst im Schlafrock, Spaghetti Carbonara ohne Ei oder offene Calzone – unendliche Leckereien werden dir sogar bis an die Tür gebracht! Du willst mal wieder richtig was erleben? Fassadenklettern, Fallschirmspringen, Floaten oder Panzerfahren – die Angebote sind mannigfaltig, entdecke dich neu! Dein alter Partner nervt ein bisschen, ein neuer soll her? Speed-Dating im Dunkeln, Singlereisen oder Tinder – passende Partner warten offensichtlich an jeder Ecke auf dich! Du brauchst noch ein Urlaubsziel? Wie wäre es mit einer Rucksack-Tour durch das kirgisische Hinterland, einer Auszeit auf einer einsamen Insel in Schottland, einem Tanzworkshop bei den Masai oder einem Aufstieg auf den Mount Everest? Alles kein Problem, der Reiselust sind keine Grenzen gesetzt. Wer kann sich bei so einem vielfältigen Angebot schon auf eine einzige Sache festlegen?

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