PLANKROCK? AY!

Man stelle sich fünf ungewaschene Männer vor, die bei frostigen Temperaturen, in Lumpen gekleidet, Rum trinkend, von einem vor einer verschneiten Küste liegenden Schiff aus, ein Hundeschlittenrennen verfolgend und dabei „Arrrrrr“ rufend, in zwischen Planken gespannten Hängematten faulenzen, nachdem ihre letzte Goldschatzsuche von einem riesigen Grizzlybären vereitelt wurde. Nun sollte über die Herren jedoch nicht zu schnell geurteilt werden, die Auffassung von Hygiene und Reinlichkeit ist auf einem Schiff nun mal grundsätzlich eine Andere.

Zudem ist es verständlich, dass gerade einem Piraten, bei dem Gedanken an einen Sprung ins kalte Nass, bei gängigen Disziplinarmaßnahmen wie „Kielholen“ oder Hinrichtungsmethoden, wie „über die Planke gehen“, nicht unbedingt warm ums Herz wird.

Aber dafür haben sie ja erfreulicherweise den Rum. Bei Temperaturen zwischen -8 und -18°C, die Ende März vor der Küste von Anchorage üblich sind, kann ihnen wohl keiner den von innen wärmenden Tropfen verübeln. Ihre Kleidung ist auch nicht wirklich winterfest und dafür können die Fünf keineswegs verantwortlich gemacht werden. Zur Schatzsuche gehört auch immer ein wenig Glück und das war in letzter Zeit nicht oft auf ihrer Seite. Auf dem letzten Abenteuer beispielsweise, es konnte ja keiner ahnen, dass ihnen die Lachse auf den Schultern zum Verhängnis werden würden. Ein Pirat braucht einen Begleiter, für Papageien ist das Klima Alaskas nichts und es war einfach nicht absehbar, dass der Fischgeruch, das in der Ferne winzig wirkende, genüsslich gähnende, friedliche Fellknäuel blitzschnell in ein rasend riesiges, brutal brüllendes, bösartiges Biest verwandeln würde. Grizzlys können ganze 500 kg wiegen, im aufrechten Stand bis zu 3 Meter groß sein, trotzdem noch bis zu 60 km/h schnell rennen (wenn sie wollen) und bereits so eine Bärentatze allein, ist um einiges größer als ein Menschenkopf.

Wenn man nun noch bedenkt, dass so ein Bär für gewöhnlich gleich zwei von diesen Wahnsinns-Pranken hat, gönnt man den Piraten die Faulenzerei in der Hängematte sogar. Und wem das Iditarod ein Begriff ist, wird wissen, dass sowieso niemand die Augen abwenden kann, wenn die ersten Musher auf den von ihren Hunden gezogenen Schlitten die Ziellinie in Anchorage überqueren. Das Iditarod ist mit einer Strecke von mehr als 1.850 km das längste und bei Reisezeiten von bis zu 15 Tagen, in denen die Musher eisigen Windkühlen von teils weit unter -70°C trotzen müssen, auch das härteste Hundeschlittenrennen der Welt. Mit bis zu 16 Hunden treten die Teams an um sich durch die beinahe unberührte Natur von Alaska zu kämpfen. Verrückt könnte man meinen, doch Alaska Pirate können sich mit ihnen identifizieren. Jeder von ihnen hat auf seiner Reise bereits über 350 Gigs hinter sich gebracht. Ihre fetten Grooves, drückende Bässe und ihr glockenklarer Gesang lassen jeden noch so starren Zuhörer auftauen. Die Abenteuerlust jedes einzelnen Piraten steckt in ihrem authentischen, aus eigener Feder entstandenen Gitarren-Rock und so hauchen sie absolut jeder noch unberührten Bühne Leben ein.

 

Präsentiert von





 












 






 









 






 

Socials