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Musizieren für einen guten Zweck

Wir sind stolz, auf dem diesjährigen Open Doors Festival „The Lickin’ Boyz“ präsentieren zu dürfen. Sie sind weiß Gott keine Profimusiker, aber sie spielen mit Freude, sie spielen aus Leidenschaft und ganz besonders – für den guten Zweck.
Die Band „The Lickin’ Boyz“ (zu Deutsch: Prügelknaben) besteht aus praktizierenden Ärzten der Region, die - keine Angst - in ihren Praxen nicht die Prügelstrafe eingeführt haben, sondern die sich zusammengefunden haben, um gezielt Erlöse für Stiftungen zu erspielen. Die Erlöse des Benefizkonzertes auf dem diesjährigen Open Doors Festival gehen an die „Bärenherz Stiftung“. Helmut Golke, der einzige Nichtmediziner in ihren Reihen, ist selbst an der lebensbedrohlichen Leukämie erkrankt. Das hindert ihn aber nicht daran, bei der Band den Taktstock zu schwingen und alle Konzerte zu koordinieren. Als langjähriger Pharma-Berater hatte Helmut schon viel mit Krebserkrankten zu tun und lebt nun als unglaubliches Beispiel vor, wie positiv man mit dieser Krankheit umgehen kann. Und das ist nicht alles: Er hilft anderen Betroffenen, nicht nur als Vorbild, sondern auch in Wort und Tat. Bei selbstorganisierten Veranstaltungen, wie z.B. in Weiskirchen im November 2008, hatte die Band um ihren selbst gegründeten Verein „The Grooving Doctors e.V.“ bereits zu Anfang ihrer Karriere über 600 Gäste. Bei der jüngsten Veranstaltung in Mühlheim Anfang Dezember 2009 konnte die Band rund 1.000 Tickets verkaufen und nahm an diesem Abend über 6.000,- € ein, die einer gemeinnützigen Stiftung zu 100% zu Gute kam.

 

Beim Open Doors Konzert der „Lickin’ Boyz“ soll der Erlös aus der Tatkraft, Spielfreude und Einsatzbereitschaft von Helmut und seinen „Prügelknaben“ der „Bärenherz Stiftung“ zu Gute kommen. Die Stiftung unterstützt Kinderhospize für Familien mit Kindern, die unheilbar erkrankt sind und eine geringe Lebenserwartung haben. Diese finden dort Beratung, qualifizierte Pflege, liebevolle Betreuung, Entlastung und Trost. Das Kinderhospiz in Wiesbaden wurde 2008 für die einfühlsame, liebevolle und fachlich qualifizierte Betreuung von schwerstkranken Kindern und Jugendlichen, sowie ihren Angehörigen mit dem Medienpreis Bambi ausgezeichnet.

 

Wir würden uns sehr über eure Beteiligung bei der Charity-Aktion freuen. Jeder Euro zählt für dieses Vorhaben! Die gesammelten Spendenbeträge kommen zu 100% der „Bärenherz Stiftung“ zu Gute. Für alle, die nicht vor Ort sein können, auf dem Open Doors ohne Geldbörse unterwegs sind, weil es ja keinen Eintritt kostet, oder lieber Geld überweisen, statt es in Klingelbeutel zu schmeißen, haben wir ein Spendenkonto eingerichtet.

 

TREUHANDKONTO:
Michael Kercher – Stiftung Bärenherz
Kontonummer: 3612 0103 - BLZ: 50 65 21 24
Sparkasse Langen Seligenstadt


Wir bedanken uns jetzt schon, im Namen der „Lickin’ Boyz“, der „Bärenherz Stiftung“ und vor allem im Namen der Kinder, denen so jeder Tag, den sie noch zu leben haben ein bisschen verschönert wird. Danke für jeden Cent.
Obwohl Helmut Golke sich aufgrund seiner Leukämieerkrankung in ärztlicher Behandlung befindet, erklärte er sich zu einem Interview mit den Organisatoren des Open Doors Festivals bereit. Dieses Interview zeigt, dass er nach wie vor seinen Lebensmut nicht verloren hat. Er spricht über sein Leben mit der Band, die Charity Projekte sowie seinen Kampf gegen den Krebs.

 

 

 

 

 

 

Im folgenden Interview spricht Helmut Golke, Initiator und Bandleader der Lickin' Boyz über die Intention der Band, Benefiz-Konzerte und das gemeinsame Musizieren mit niedergelassenen Doktoren:

 

The Lickin’ Boyz ist eine Band, die nur aus Ärzten besteht. Wie kam es dazu, dass Sie sich zusammengefunden haben?

Im Herbst 2006 haben wir uns bei einem interkollegialen Symposium, einer Fortbildungsveranstaltung für niedergelassene Mediziner, zusammengefunden. Ich, als pharmazeutischer Berater, hatte über Jahre berufsbedingt Kontakt zu allen, und einen sehr guten „Draht“ zu meinen Kunden. Dies waren naturgemäß alles Mediziner aus meinem damaligen Arbeitsgebiet Frankfurt und dem Landkreis Offenbach. Aus einer „Schnapsidee“ heraus wurden zu fortgeschrittener Stunde alte Erinnerungen wachgerüttelt. „Weißt Du noch, wie das vor 25 Jahren war?“ (lacht). Jeder hatte irgendwie mal auf einem Instrument gespielt oder in einer Band gerockt. „Wir gründen eine Band!“. Das Ergebnis seht Ihr hier.

 

The Lickin’ Boyz heißt zu Deutsch „Die Prügelknaben“. Was hat es mit dem Bandnamen auf sich?
Genau kann man das nicht mehr sagen, denn zum Zeitpunkt der Gründung waren wir nicht so richtig ansprechbar (grinst). Jedenfalls sind wir die „älteste Nachwuchsband“ Deutschlands. Im Schnitt so um die 55 Jahre.

 

Wie entstand die Idee für wohltätige Zwecke zu spielen?

Im Jahr 2005 wurde bei mir eine Leukämie diagnostiziert. Nach langwieriger Chemotherapie und anschließender Stammzellentransplantation in der Uni Frankfurt habe ich die Krankheit überwunden. Aus Dankbarkeit gegenüber allen, die mir Mut machten und mich unterstützt haben, beschloss ich, auf irgendeine Weise etwas an entsprechende Institutionen „zurück zu geben“. Um die Organisation aller Aktivitäten kümmert sich der von uns gegründete Verein „The Grooving Doctors - Ärztlicher Musikverein Südhessen“, dessen 1. Vorsitzender ich bin.


Nach welchen Kriterien wählen Sie die Spendenziele, d.h. die Organisationen aus, für die Sie Benefizkonzerte geben?

Die zu unterstützenden Organisationen sollten im Allgemeinen etwas mit Leukämie (Blutkrebs) zu tun haben. Das liegt nahe, da durch meinen Fall eine Authentizität gegeben ist. Als Institution wurden inzwischen bedacht, die DKMS (Deutsche Knochenmarkspendendatei), die HfkK (Hilfe für krebskranke Kinder e.V. Frankfurt) und die Transplantationsabteilung der 2. Med. Klinik der Uni Frankfurt von Prof. Serve. Bei unserem Auftritt auf dem diesjährigen Open Doors Festival in Neu-Isenburg wird das „Kinderhospiz Bärenherz Wiesbaden“ die begünstigte Institution sein.
Inzwischen sind so die letzten Monate bei mehreren Konzerten im Rhein Main Gebiet ca. 20.000,- € an Spenden zusammen gekommen. Darauf sind wir sehr stolz. An dieser Stelle möchte ich auch den Organisatoren der Charity Veranstaltung, Herrn Michael Kercher und Herrn Dominik Stotzem danken. Ohne deren Aktivitäten käme das alles nicht zustande.

 

Vielen herzlichen Dank. Auch uns liegt die Spendenaktion sehr am Herzen! Welche Rolle spielen Sie in dieser Band (neben den Congas)?
Ich bin Gründer, Mitglied und Manager. D.h. ich kümmere mich darum, dass alles läuft und alle meine Bandmitglieder sich hauptberuflich auf Ihre Arbeit konzentrieren können. Jeder von ihnen betreibt eine Praxis im niedergelassenen Bereich im Landkreis Offenbach oder in Frankfurt. Und so lange mir niemand sagt, dass ich den Rhythmus versaue, ist alles O.K.

 

Wie planen und organisieren Sie diese Benefizkonzerte, gibt es Partner und Schirmherren?
Einmal im Jahr veranstalten wir in Eigenregie ein Benefizkonzert zu Gunsten einer entsprechenden Institution. Am 05.12.2009 waren wir in der Willy Brandt Halle Mühlheim und haben unter der Schirmherrschaft des noch amtierenden Landrats Herrn Peter Walter für die „Hilfe für krebskranke Kinder e.V. Frankfurt“ einen Betrag von 6.500.- € erspielt. Partner und Sponsoren sind Firmen, die es mit der Hilfe für krebskranke Menschen ehrlich meinen.

 

Was bedeutet Ihnen die Band und was wünschen Sie sich für die Zukunft der Lickin’ Boyz?
Die Band ist mir sehr ans Herz gewachsen. Wir alle teilen eine sehr tiefe Verbundenheit mit dem was wir tun. Eine innige Freundschaft mit allen bestimmt meine Zukunft. Ohne die „Jungs“ würde mir etwas fehlen. Für die Zukunft wünsche ich mir, dass sehr viele uns weiterhin unterstützen. Denn ohne unsere Fans sind wir nichts.

 

Sie selbst sind an Leukämie erkrankt. Gibt es irgendetwas, das Sie anderen Menschen, die ebenfalls an dieser Krankheit erkrankt sind, mit auf den Weg geben wollen?
Leukämie ist nicht gleich zu setzen mit Tod. Jeder hat in der heutigen Zeit eine Chance die Krankheit zu überwinden. Ich selbst habe einen Rückfall erlitten und bin seit Dezember 2009 wieder in einer Therapie. Diesmal werde ich es auch schaffen. Allein schon wegen meiner Familie. Ohne sie hätte ich schon längst aufgegeben. Es lohnt sich zu kämpfen! Es gilt aber auch, „der Weg ins gelobte Land geht durch die Wüste“. Man braucht Ziele für die es sich lohnt zu „arbeiten“. Die „Lickin’ Boyz“ und Ihr Engagement für einen guten Zweck sind meine Ziele. Ohne sie würde ich mich schwerer tun weiterzuleben (Stille).

 

Wie schätzen Sie allgemein die Spendenbereitschaft der Mitbürger ein, wenn es um solch wichtige Einrichtungen wie z.B. die der Bärenherz Stiftung geht?
Man darf nicht warten bis das „Goldene Füllhorn“ kommt. Man muss aktiv auf die Menschen zugehen! Das tun wir. Nach all unseren Konzerten haben wir festgestellt, dass wir ehrlich bei unseren Fans aufgenommen worden sind und eine große Unterstützung bekommen.

 

Werden Sie auch auf dem Open Doors Festival gemeinsam mit den Jungs auf der Bühne stehen?
Natürlich! Ich habe es allen bei unserem zweiten Benefizkonzert im Dezember vergangenen Jahres versprochen. Und da waren ca. 1.000 Personen, die uns zugehört haben. Und was ich verspreche, das halte ich auch

 

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